Empathische Kommunikation und Gewaltfreie Kommunikation

Empathie hat sehr viel damit zu tun, wie wir miteinander sprechen. Wenn du eine Art der Kommunikation suchst, die deine Gefühle und die Gefühle deines Gegenübers mit einbezieht, dann wirst du auf diese Begriffe stoßen:

Empathische Kommunikation und Gewaltfreie Kommunikation.

Lass uns zunächst mit der gewaltfreien Kommunikation beginnen.

Wie dir gewaltfreie Kommunikation helfen kann

Sie wurde von dem Amerikaner Marshall B. Rosenberg entwickelt. Ihm ging es um einen vertrauensvollen Austausch der Menschen. Ihm lagen Frieden und Kooperation der Menschen sehr am Herzen. Aus diesem Grund wird die Gewaltfreie Kommunikation auch „Verbindende Kommunikation“ genannt.

Im Mittelpunkt steht das aktive Zuhören.

Rosenberg sagte, dass Empathie die Grundvoraussetzung gelingender Kommunikation sei. Die Art und Weise – oder besser gesagt die Form – wie wir miteinander kommunizieren lässt ein empathisches Miteinander entstehen – oder eben nicht. Es geht aber nicht nur um ein empathisches Sprechen, sondern auch um ein empathisches Zuhören. Sprechen und Zuhören also: ein offener, wohlwollender Kontakt zwischen Menschen, um eine einfühlsame Verbindung – eine Art Brücke – herzustellen.

Rosenberg hat ein positives, humanistisches Menschenbild und achtet sehr auf Worte und die Art, wie wir formulieren. Eine Bitte, die wir vortragen, löst etwas anderes bei anderen Menschen aus, als eine Forderung.

Diese Aussage von Rosenberg hat es in sich

Rosenberg traf folgende Aussage:

„Jede Form von Gewalt ist der tragische Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.“

Dieser Satz ist sehr wichtig und bedeutsam.

Lass ihn uns noch einmal bewusst betrachten:

„Jede Form von Gewalt — ist der tragische Ausdruck — eines unerfüllten Bedürfnisses.“

Auch wenn du es gewohnt bist, schnell zu urteilen (und manchmal auch schell bist im VERurteilen): mache dir diese Idee bewusst. Das entschuldigt keine Gewalt. Darum geht es nicht. Wenn du angegriffen wirst – insbesondere körperlich – solltest du dich sofort zur Wehr setzen.

Diese Sichtweise hilft vor allen Dingen bei den verbalen Angriffen. Und das sind die häufigsten Angriffe, nicht wahr?

Gut. Diese drei Elemente merken wir uns:

  • Jede Form von Gewalt
  • ist der tragische Ausdruck
  • eines unerfüllten Bedürfnisses

Wie Konflikte ausgelöst werden

Nach Rosenberg gibt es verschiedene Auslöser von Konflikten:

  • Eine Sprache, die sich nicht der sich wandelnden Welt anpasst und somit statisch bleibt
  • Die Verknüpfung von objektiven Beobachtungen und subjektiven Bewertungen
  • Das Äußern von Kritik statt von Wünschen zu sprechen

Neben diesen Auslösern von Konflikten ist bei Rosenberg noch etwas von Bedeutung: die lebensentfremdende Kommunikation

Lebensentfremdende Kommunikation blockiert die Verbindung zwischen Menschen. Gewalt kann die Folge sein. Man kann sich das wie eine Brücke vorstellen, die zerstört wird. Es kommt auf mindestens einer Seite der Brücke zu einem Stau oder einer Stauung.

Sie ist gekennzeichnet durch:

  • Das Urteilen über den Anderen
  • Das Vergleichen (interessant oder?)
  • Das Stellen von Forderungen statt von Bitten

Die 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation

Die Gewaltfreie Kommunikation setzt sich aus vier Schritten zusammen:

  1. Beobachtung
  2. Gefühl
  3. Bedürfnis
  4. Bitte

Es gibt ein oft zitiertes Muster, dass sich aus diesen Schritten ergibt:

„Wenn ich a sehe, dann fühle ich b, weil ich c brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.“

a … Beobachtung; b … Gefühl; c … Bedürfnis; d … Bitte

Ein schönes Video fasst diese Sätze noch einmal kurz und einfach zusammen:

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg

 

Empathische Kommunikation

Die Empathische Kommunikation geht davon aus, dass unser gesamtes Handeln durch Gefühle und Gedanken bestimmt wird.

Die Verfechter der  empathischen Kommunikation sagen zwar, dass diese Form der Kommunikation grundsätzlich anders als andere Kommunikationsmodelle sei.

Doch geht es letztlich ähnlich wie in der Gewaltfreien Kommunikation darum, sich selbst und den Anderen zu erfühlen und in sensibel wahrzunehmen, anzunehmen  und zu spiegeln.

 

Wenn du mehr wissen möchtest…

… gelingt dies am Besten mit Büchern:

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Wenn du mehr zur gewaltfreien Kommunikation wissen möchtest, haben wir hier einen Buchtipp für dich:

Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens*

Dieses Buch ist das Grundlagenwerk seines Erfinders. Nicht ohne Grund wird dieser Bestseller seit Jahren neu aufgelegt. Dieses Buch ist seit September 2016 auf dem Markt.

Du erfährst darin mit vielen praktischen Beispielen, was wir oben im Text bereits skizzierten. Es ist wirklich sehr empfehlenswert!

Du kannst es auch bequem beim Autofahren hören – als Hörbuch:

Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. 4 CDs*

 

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Für die Empathische Kommunikation empfehlen wir dir folgendes Buch:

Praktische Selbst-Empathie: Herausfinden, was man fühlt und braucht. Gewaltfrei mit sich selbst umgehen*

Das Interessante an diesem Buch ist, dass es bei uns selbst beginnt.

Wir können nichts Positives „im Außen“ auslösen, wenn wir selbst das in uns tragen, was wir an dem anderen Menschen kritisieren oder ablehnen. Wir entwickeln Selbst-Empathie, um für uns genauso wie für andere Mitgefühl zu entwickeln.
Das Buch enthält sehr viele Beispiele. Ein Buch aus der Praxis für die Praxis.