Die Wirkung der Körpersprache

Körpersprache ist das eines der wichtigsten Elemente im Zusammenhang mit der Empathie. Sie spricht die ältesten und tiefsten Regionen unseres Gehirns an.

Du wirkst ohne Körpersprache nur dann empathisch, wenn du über sehr lange Zeiträume zum Beispiel viele Texte verfasst (Briefe, Blog-Posts, Bücher), die in anderen Menschen eine empathische Wirkung entfalten. Oft sind das aber Mittel, die gar nicht zum Einsatz kommen können. Als Beispiel seien Gesprächssituationen, Bewerbungsgespräche und so weiter genannt. Dann geht es nicht ohne Körpersprache. Falls du schneller dein Ziel erreichen und baldmöglichst empathisch wirken möchtest, haben wir hier ein paar wichtige Tipps für dich.

Die 5 wesentlichen Elemente der Empathie

Körpersprache ist Sprache. Und Sprache ist eine der 5 wichtigen Elemente im Zusammenhang mit der Empathie. Bevor wir uns jetzt mit dem wenigen, wirklich relevanten Aspekten der Körpersprache beschäftigen, möchte ich dir hier die gerade genannten Elemente noch einmal kurz aufzählen. Wir gehen an anderer Stelle noch tiefer auf sie ein. Sie lauten:

  1. Körpersprache
  2. Gewaltfreie Kommunikation
  3. Liebe (Selbst- und Nächstenliebe)
  4. Tatsächliches Tun (Haltung, Vertrauen, Verbindlichkeit)
  5. Wertschätzende Abgrenzung

Achtung: Falls dir einige dieser Begriffe Unbehagen bereiten, weil sie so „soft“ klingen, lies unbedingt weiter. Es wird gleich alles andere als soft. Wir sprechen hier über das wirkliche Leben und befinden uns nicht in einem ethischen Seminar an der Uni… Es geht um emotionale Intelligenz, um Erfolg!

Der Körper lügt nicht! Oder?

Körpersprache läuft weit überwiegend unbewusst ab. Man sagt, dass der Körper nicht lügen könne. Das stimmt – aber nicht uneingeschränkt. Du kannst lernen, deinen Körper bewusst einzusetzen –  vor allem für einen empathischen Eindruck!

Viele Redner, Schauspieler, Moderatoren oder Politiker tun das jeden Tag. Du kannst mit passender, wirkungsvoller Körpersprache andere Menschen beeinflussen. Und keine Sorge: Beeinflussung ist nicht Manipulation. Schließlich willst du ja auch für den anderen Menschen das Beste, oder? Du suchst für euch beide eine echte Win-Win-Situation. Nur das sichert langfristig deinen Erfolg – und genau darum geht es hier.

Schau dir jetzt dieses kurze Video an. Der Körpersprache-Experte Stefan Verra analysiert darin den Pressesprecher der Polizei Marcus da Gloria Martins, der nach dem Amoklauf in München am 22. Juli 2016 zum nationalen Helden aufstieg. Er wurde damit zum Inbegriff eines empathischen Mannes, der auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. Er ist das Paradebeispiel für den Spagat, den auch du vermutlich gern hinbekommen möchtest: Kompetenz ausstrahlen und dennoch empathisch sein. Lerne jetzt von ihm:

Du kannst für dich selbst aus diesem Video einiges heraus ziehen. Zum Beispiel:

  • Baue keine zu große Distanz im Sinne „von oben herab“ zwischen dir und deinem Gegenüber auf. Stehe oder sitze nicht „über“ deinem Gegenüber
  • Schaue deinem Gesprächspartner / deinen Gesprächspartnern in die Augen. Bewege gegebenenfalls deinen Kopf und schaue abwechselnd in die Runde
  • Wenn du etwas sagst, halte deinen Kopf gerade – das vermittelt Kompetenz und (Selbst-) Sicherheit.  Wenn du aber zuhörst, lege gern deinen Kopf etwas schräg. Das signalisiert Zuhörbereitschaft, Aufmerksamkeit und letztlich Empathie
  • Ach ja: ein entspanntes Gesicht hilft

In dieser Aufzählung erkennst du bereits eine Seite der Empathie, die in den meisten Büchern unter den Tisch fällt: die dominante Seite eines empathischen Miteinanders!

Es geht nämlich nicht um weichgespülte Wolldecken-Rhetorik. Es geht schlicht und ergreifend darum, Kontakt zu einem anderen Menschen aufzubauen. Dieser andere Mensch – etwas technisch als „das Gegenüber“ bezeichnet, weil er sich dir gegenüber befindet – hat Bedürfnisse. Deine Aufgabe ist es (wenn du einen Zugang zu diesem Menschen finden möchtest), diese Bedürfnisse zu erkennen und sie dann:

  1. Entweder zu befriedigen
  2. Oder sie so zu verändern, dass sie deinen Überzeugungen und Vorstellungen näher kommen, und dem anderen Menschen ebenfalls nützen

Wie du in deine Stärke kommst

Wie aber bringst du einen anderen Menschen dazu, dir zu folgen? Indem du Stärke ausstrahlst. Jedoch eine Stärke, die nicht bedrohlich wirkt, sondern eine Stärke, die dem Anderen ein Gefühl der Sicherheit schenkt.

Menschen suchen Sicherheit. Wir werden diesen Aspekt in dem Kapitel „Tatsächliches Tun (Haltung, Vertrauen, Verbindlichkeit)“ noch weiter vertiefen. Hier soll es jetzt aber um die Körpersprache gehen.

An dieser Stelle möchten wir dir ein Video ans Herz legen, das wirklich sehenswert ist. Wenn du verstanden hast, was Amy Cuddy hier vorschlägt, wirst du nicht nur empathischer rüber kommen, sondern auch mit eigenen Stresssituationen, die durch andere Menschen ausgelöst werden, besser (viel besser) fertig werden. Das gilt zum Beispiel für den Umgang mit deinen Vorgesetzten oder mit Menschen, von denen du in irgendeiner Weise abhängig bist (Journalisten, Zuhörer, Unterstützer).

Klingt das wie ein Widerspruch für dich? Auf andere stark wirken, obwohl ich oben schrieb, dass du keine große (innere) Distanz zu deinen Mitmenschen aufbauen sollst?

Es ist kein Widerspruch – es ist ein Verstärker!

Weshalb sollte jemand etwas tun oder gut finden, was du sagst oder tust (am besten natürlich sagst UND tust… 😉 ?

Weil du genau weißt, was richtig ist!

Noch einmal: DU WEISST, WAS R I C H T I G IST!! Und genau das solltest du verkörpern: mit deinem Körper.

Wenn ein Mensch, der so stark ist (oder zumindest wirkt), dennoch in der Lage ist, schwächere, weniger selbstsichere Menschen in ihrer Art zu berühren, entsteht eine starke, empathische Brücke. Ich fühle mich mitgenommen, anerkannt und gut. Ich profitiere von der Stärke des Anderen. Er wirkt nicht bedrohlich, sondern bereichernd.

Schau dir jetzt das Video von Amy Cuddy an. Es dauert zwar 21 Minuten, aber jede Minute lohnt sich für dich. Er wurde ins Deutsche übersetzt; den interaktiven Text findest du unter dem Video, wenn du es mit Klick auf „TED“ öffnest.

Interessant, nicht wahr? Unser Tipp: übe es regelmäßig – am besten täglich.

Mach dir deine Verantwortung für dein eigenes Leben, aber auch für die Leben anderer Menschen bewusst.

Werde ein Experte!

Das Thema Empathie interessiert dich und du möchtest mehr erfahren? Mit unseren drei Buch-Tipps wirst du zum Experten.

Suche dir eines dieser Bücher aus. Welches spricht dich sofort an? In wenigen Tagen bereits kannst du dein Wissen und deine Aufmerksamkeit um ein vielfaches erhöhen und dein Leben um einen wichtigen Faktor bereichern: Empathie!

bartens-empathie

Empathie: Die Macht des Mitgefühls: Weshalb einfühlsame Menschen gesund und glücklich sind*

Der promovierte Mediziner Werner Bartens gilt als Deutschlands bekanntester Medizinjournalist. Für sein Empathie-Buch hat er hunderte Studien der internationalen Empathie-Forschung ausgewertet. Dieser tiefe fachliche Hintergrund findet sich im Buch wieder. Und dennoch gelingt es ihm, eingängig und „leicht“ zu schreiben. Nach der Lektüre wirst du wissen, was Empathie Gutes für dich und deinen Körper bewirkt und vor allem: Wie du dorthin gelangst, sie entsprechend zu nutzen. Hier* findest du sein Buch bei Amazon.

bauer-warum-ich-fuehle

Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone*

Dieses Buch ist seit Jahren ein absoluter Bestseller und auch wir können es dir mit voller Überzeugung empfehlen! Das Buch steckt voller „Aha“-Momente. Hier wird die Bedeutung der Spiegelneurone derart nachvollziehbar beschrieben, dass die Lektüre auch für Laien eine Freude ist. Wir sind begeistert von dem Buch! Es ist hilfreich für gesunde Beziehungen, es hilft dabei, andere zu verstehen. Ganz egal ob im privaten oder beruflichen Kontext. Das Buch zu den Spiegelneuronen findest du hier*.

fritsch-selbst-empathie

Praktische Selbst-Empathie: Herausfinden, was man fühlt und braucht. Gewaltfrei mit sich selbst umgehen*

Dieses Buch kommt aus der psychotherapeutischen Praxis. Das macht es für uns zu etwas Besonderem! Die vielen lebensnahen Beispiele verhelfen dem Thema der Empathie zu einem echten, erlebbaren Mehrwert im täglichen Miteinander. Auch dieses Buch ist – zu Recht! – ein Bestseller und es ist für Fortgeschrittene und Laien gleichermaßen verständlich. Deshalb kommt auch unsere dritte Empfehlung* von Herzen!